Cascading Style Sheets ist die Technik um intelligent Darstellung weitgehend von den Inhalten zu trennen und wird vorwiegend für textbasierten Inhalt genutzt. Praktisch unüblich war dieses Vorgehen in der Technischen Illustration. Aber es ist möglich, ohne den dramatischen Code selbst, voll grafisch und intuitiv solche stufenförmigen Gestaltungsvorlagen zu erstellen und diese für die Verbesserung von Effizienz und Qualität zu nutzen.

Sicher werden Technische Illustrationen auch heute noch von Anfang an neu in allgemeinen oder spezialisierten grafischen Werkzeugen erstellt. Weitaus häufiger dürfte für die Darstellung von Produkten allerdings der Weg über die zur Verfügung stehenden 3D-CAD-Daten sein. Interessant ist, dass auf welchem Weg auch immer Vektordaten erzeugt werden, die erst durch zuweisen von Eigenschaften und Metadaten ihren „Charakter“ erhalten:

  • Sichtbarkeit
    (durch Objekteigenschaften, Position im Objektstapel und Ebenensteuerung)
  • Darstellung
    (Farbe mit Farbraum, Umriss mit Stärke, Muster, Ausführung von Ecken und Linienenden, Freistellung, Füllung mit Verläufen und Transparenzen)
  • Metadaten für nachfolgende Prozesse
    (Objektdaten der CAD-Daten oder individuell, systematisch erstellte Daten für Hotspots in interaktiven Grafiken)
  • Funktionalität in der Illustration
    (Überdrucken, „von Übersetzung ausschließen“, „mit Objekt skalieren“, Textfluss)

All diese Eigenschaften werden den neu erstellten oder aus 3D-Daten erzeugten Objekten zugewiesen, meist per „Hand“ und jedem Objekt einzeln. Dies gelingt, bei der Vielzahl an Optionen, verschiedenen Bearbeitern im Team und in der Fülle der Aufgaben im Projektalltag nur mehr oder weniger genau.

Mit den Objektstilen, des Corel DESIGNERS X7, lassen sich diese Unzulänglichkeiten des Projektalltags lösen. Objektstile sind vergleichbar mit Formatvorlagen in Microsoft Word und werden analog oft nicht entsprechend ihres Potentials genutzt. Ein Objektstil ist eine Sammlung von Objekteigenschaften. Wird einem Objekt ein Objektstil zugewiesen, erhält das Objekt in einem Arbeitsschritt alle Eigenschaften des Objektstils. Objektstile verringern den Arbeitsaufwand und die erforderliche Arbeitszeit erheblich, wenn vielen verschiedenen Objekten dieselben Eigenschaften zugewiesen werden müssen. Außerdem stellen Objektstile ein konsistentes Erscheinungsbild, entsprechend einem Grafikkonzept sicher.

Mit diesen Objektstilen lassen sich systematische, stufenförmige Style Sheets aufbauen, die im Ergebnis an CSS des W3C erinnert.

Objektstile sind damit ein wesentliches Instrument für eine nachhaltige Illustration. Wurde ein Objektstil einem Objekt zugewiesen, sind die Eigenschaften des Objekts zum Objektstil referenziert. Wird also der Objektstil geändert, ändern sich alle Objekte, denen dieser Objektstil zugewiesen wurde. So kann einerseits eine Grafik schnell geändert werden, und andererseits können beim Neuerstellen Eigenschaften systematisch zugewiesen und referenziert werden.

Objektstile im Corel DESIGNER


Corel DESIGNER Management der Objektstile

Objektstile erstellen

  • Im Andockfenster Objektstile, in der Kategorie Stile mit dem Icon + einen neuen Stil für eine Gruppe von Eigenschaften erstellen. Anschließend müssen die Eigenschaften im Eigenschaftenbereich des Andockfensters angepasst werden.
  • Im Andockfenster Objektstile, in der Kategorie Stilgruppen mit dem Icon + eine neue Stilgruppe für mehrere Gruppen von Eigenschaften erstellen. Anschließend müssen die Eigenschaften im Eigenschaftenbereich des Andockfensters angepasst werden.
  • Die Eigenschaften eines Objekts über das Kontextmenü mit Objektstile / Neuer Stil aus oder Objektstile / Neue Stilgruppe aus … als neuer Stil oder Stilgruppe anlegen.
  • Ein Objekt per drag and drop in das Andockfenster Objektstile auf die Kategorie Stilgruppen ziehen und so die Objekteigenschaften als neue Stilgruppe anlegen.
  • Bei ausgewähltem Objekt über das Kontextmenü der Kategorien Stil oder Stilgruppe aus den Eigenschaften des Objekts einen neuen Objektstil erstellen.

Im Andockfenster Objektstile werden Objektstile gemanagt, zum Beispiel Vererbungen hergestellt oder unterbrochen und Eigenschaften gesetzt.

1 Kategorie-Bereich
2 Eigenschaften-Bereich
3 Icons mit Funktionen zum Stile-Management
(Stil und untergeordneten Stil hinzufügen, Eigenschaften zu einer Stilgruppe hinzufügen, Eigenschaften hinzufügen, Stil löschen, Handhabung von Standardeigenschaften)
4 Indikatoren für die Vererbung von Eigenschaften
(Anzeige für jede einzelne Eigenschaften, ob diese geerbt wurde oder nicht)

Objektstile übertragen

  • Der typische Weg ist das Anlegen der Objektstile in einer Vorlage. Neue Illustrationen werden auf Basis der Vorlage begonnen und alle Objektstile stehen zur Verfügung.
  • Nachträglich können Objektstile mit Stylesheet exportieren … und Stylesheet importieren … zwischen Illustrationen mit einer Corel DESIGNER Style Sheet Datei (CDSS) übertragen werden.

Objektstile und deren Eigenschaften Objekten zuzuweisen

  • Dem ausgewählten Objekt aus dem Andockfenster Objektstile mit Doppelklick auf einen Objektstil, Objektstil dem Objekt zuweisen.
  • Über das Kontextmenü eines Objekts mit Objektstile / Stil zuweisen dem Objekt einen Objektstil zuweisen.
  • Dem ausgewählten Objekt über eine selbst erstellte Symbolleiste, in der Objektstilen Icons und Tastaturbefehle zugwiesen wurden, einen Objektstil zuweisen.

Im Andockfenster Eigenschaften-Manager werden der Name des dem Objekt zugewiesenen Stils und dessen Vererbungszustand durch Indikatoren hinter den einzelnen Eigenschaften angezeigt. Corel DESIGNER Style Sheets (CDSS) wirken auch über Dateigrenzen hinweg. Abhängig davon, ob im Corel DESIGNER Objekte eingefügt oder referenziert werden, passt sich die Darstellung der Objekte den Stileigenschaften am Zielort an. So ist es möglich, nur durch einmalig angelegte und zugewiesene Stile, darstellungsneutrale grafische Bibliotheken aufzubauen.

Fazit

Objektstile sind das Mittel zur effizient erstellten Technischen Illustration mit den Illustrationswerkzeugen von Corel. Kombiniert mit den Strukturierungsmöglichkeiten aus Ebenen, Gruppen und Symbolen steht dem nichts mehr im Wege, mit möglichst wenig Aufwand bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.